Donnerstag, 24. Juli 2014

Hobelbäume in der Kirche

Das Wort "Hobelbaum" gibt es eigentlich nicht. Aber ich nenne die Weißbuche so, aus deren Holz in Deutschland traditionell Hobel gebaut wurden und werden. Weißbuchen würden nicht viele im Wald erkennen. Die meisten Leute kennen den Baum eher als Hainbuche und auch nur in seiner Verwendung als Hecke. Und in dieser Form ist er mir jetzt an einer Stelle begegnet, wo man sonst höchstens mal einen Tannenbaum findet, nämlich in einer Kirche.

Ich schaue mir gerne Kirchen an. Jede Kirche ist anders, und fast alle haben etwas, das mich anspricht. Ich kann es nicht in Worte fassen, aber darum soll es hier auch nicht gehen. Gestern war ich jedenfalls wieder einmal in der Heilig-Geist-Kirche in München und habe mir die Kunstinstallation "Garten Eden 2014" angesehen.

Bäume in der Kirche, das ist ungewohnt. Ich war überrascht, wie gut die Natur in diesen feierlichen Rahmen passt. Im hinteren Teil der Kirche bilden Hainbuchenhecken eine Art Labyrinth, im rechten Seitenschiff kann man sich auf niedrigen Hockern wie auf dem Waldboden fühlen, und im Altarraum ist sogar ein ganzer Kräutergarten mit sprudelndem Brunnen angelegt. Zwischen den Baumkronen ein Schwarm weißer Papiertauben, die durch das Hauptschiff in Richtung Altar fliegen. Sie gehören eigentlich zu einem anderen Projekt, aber fügen sich sehr gut in das Bild ein.

Die Installation "Garten Eden 2014" wurde von Gabriel Jilg gestaltet und ist noch bis zum 7. September zu sehen.

Garten Eden 2014


Garten Eden 2014


Garten Eden 2014

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